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Autor/-in:

Bleisch Johanna

Sprache Und Welt

Nachdenken über ein Verhältnis

Betreuer/-in:
Lisa Hellmann
Schule:

Kantonsschule Stadelhofen

Deutsch
Durch meine Arbeit wurde mir bewusst, dass Schreiben und Sprache weit mehr sind als blosse Mittel zum Zweck: Sie öffnen Räume und stellen Fragen.
Abstract

Nicht alle Menschen finden sprachlich Gehör. Nicht für alle Erfahrungen gibt es in der Sprache passende Begriffe. Und nicht allen Personen wird gleichermassen zugehört. Wenn die Grenzen unserer Sprachen die Grenzen unserer Welt bedeuten, heisst das dann, uns Menschen trennen Welten? Die Welten unserer Sprachen respektive unserer Sprachlosigkeiten? Diese Fragen haben mich beschäftigt: Mir ist aufgefallen, wie viel Unsagbares zwischen uns Menschen liegt. Deshalb habe ich mich entschieden, meine Maturitätsarbeit dem Verhältnis zwischen Sprache und Welt und den Fragen „Wie formt Sprache unseren Weltzugang?“ und „Wie kann Sprache der Welt, wie ich sie wahrnehme, gerecht werden?“ zu widmen. Das Schreiben zählt seit langer Zeit zu meinen grössten Leidenschaften. Deshalb war mir von Anfang klar, dass ich mich kreativ mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Das Resultat dieser Arbeit ist ein fünfteiliger, selbstverfasster Spoken-Word-Text, den ich aufführte, sowie eine theoretische Abhandlung des Themas. Durch die Auseinandersetzung mit Konzepten wie der linguistischen Relativität oder der hermeneutischen Ungerechtigkeit und der Beobachtung eigener Erfahrungen im Spannungsfeld zwischen Sprache und Welt wurde mir klar: Sprache ist heute wie ein Teich mit Grenzen. Doch ein Teich kann über die Ufer treten und zum Fluss werden. Und genau das kann die Sprache auch, wenn wir sie lassen.