Autor/-in:
Gupta Mala
Weisse Ware, Weisse Weste? Kolonialgeschichte made in Winterthur
Stefan Thalmann
Kantonsschule im Lee
Geschichte
Abstract
Die Schweiz gilt oft als aussenstehend im europäischen Kolonialismus, da sie keine eigenen Kolonien besass. Diese Arbeit zeigt am Beispiel der Winterthur, dass diese Sicht zu kurz greift. Untersucht wird, ob und wie die Stadt im 19. und frühen 20. Jahrhundert in koloniale Wirtschafts- und Denksysteme eingebunden war.
Im Zentrum steht das Handelshaus Gebrüder Volkart, dessen Aufstieg eng mit dem Baumwollhandel in Britisch-Indien verbunden war. Es profitierte stark von den politischen und wirtschaftlichen Strukturen der britischen Kolonialherrschaft. Ergänzend wird eine Schrift des Kaufmanns August F. Ammann analysiert, der in seiner Schrift um 1900 die britische Kolonialpolitik gegen Kritik verteidigte. Dies zeigt, dass koloniale Ausbeutung in der Schweiz bekannt war, aber ideologisch legitimiert wurde.
Die Arbeit macht deutlich, dass Kolonialismus ein globales System war, an dem auch nicht-koloniale Staaten beteiligt waren. Winterthur erscheint als lokaler Knotenpunkt solcher Verflechtungen, dessen Wohlstand teilweise darauf beruhte.
.jpg)