Die Auseinandersetzung mit diesem Thema hat mir gezeigt, wie stark strukturelle Rahmenbedingungen unternehmerisches Handeln beeinflussen und wie sehr diese die Möglichkeiten zur Dekarbonisierung ganzer Branchen einschränken.
Die vorliegende Arbeit untersucht das strukturelle Spannungsfeld zwischen ökologischen Erwartungen und der technologischen und wirtschaftlichen Realität in der Luftfahrt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich ebenjenes Spannungsfeld erklären lässt, welche Faktoren Fluggesellschaften dabei beeinflussen, wieso Greenwashing darin entstehen kann und welche Strategien Fluggesellschaften hierbei verfolgen. Die Analyse stützt sich hauptsächlich auf wissenschaftliche Literatur und Expertengespräche.
Die Untersuchung zeigt, dass Fluggesellschaften aufgrund technologischer und finanzieller Grenzen nur begrenzte Möglichkeiten zu substanziellen Emissionsreduktionen besitzen, während externe Faktoren wie Stakeholder, Regulierung und Wettbewerb den Handlungsdruck zu mehr Nachhaltigkeit steigern. In diesem Spannungsfeld erscheint Greenwashing als pragmatische, aber riskante Alternative zu substanziellen Massnahmen. Das Fallbeispiel SWISS verdeutlicht exemplarisch, wie Kommunikation und tatsächliche Wirkung auseinanderfallen können.
Echte Nachhaltigkeit bleibt gegenwärtig schwer erreichbar. Fortschritte erfordern transparentere Kommunikation und klarere rechtliche Rahmenbedingungen, nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die langfristige Glaubwürdigkeit der Branche.